Verunreinigung des Körpers

Wir alle ziehen Vitalität ein und spezialisieren sie, viele aber nützen sie nicht voll aus, weil unser Leben in mancher Beziehung nicht so rein, gesund und vernünftig ist, wie es sein sollte. Wer seinen Körper durch den Genuß von Fleisch, Alkohol oder Tabak vergröbert, kann seine Vitalität niemals so voll ausnützen, wie dies ein Mensch, der ein reineres Leben führt, zu tun vermag. Allerdings kann es vorkommen – und kommt auch vor -, daß ein Individuum, das ein unreines Leben führt, einen kräftigeren physischen Körper besitzt als ein Mensch mit reinerem Lebenswandel; dies ist eine Frage ihres Karma. Unter sonst gleichen Bedingungen hat aber der Mensch mit reinerem Leben einen ungeheuren Vorteil vor dem anderen.

Die Partikel des menschlichen Ätherkörpers sind ebenso wie die des dichten physischen Köpers in einem ständigen Wechsel begriffen. Mit der Nahrung, die wir zu uns nehmen, und der Luft, die wir einatmen, nehmen wir ätherischen Stoff in uns auf, der dann von dem ätherischen Teil unseres Körpers verarbeitet wird. Durch die Poren wird wieder beständig ätherischer Stoff, genauso wie gasförmiger, ausgeschieden; wenn daher zwei Personen sich dicht beieinander befinden, muß notwendigerweise jede von ihnen eine Menge der physischen Emanation der anderen absorbieren.
 

Schützende Hüllen

Die astralen und ätherischen Zentren stehen in sehr enger Beziehung zueinander; zwischen ihnen aber liegt eine Hülle, ein Gewebe, von überaus dichter Struktur, das sie in einer nicht leicht zu beschreibenden Weise durchdringt und aus einer einzigen Schicht physischer Atome besteht, die von einer besonderen Form der Lebenskraft überaus stark verdichtet und durchflutet werden. Der Strom des göttlichen Lebens, der normalerweise vom astralen in den physischen Körper fließt, istso abgestimmt, daß er durch dieses Gewebe vollkommen ungehindert hindurchgeht; für alle anderen Kräfte aber, die sich nicht des atomaren Stoffes der beiden Ebenen als Medium bedienen können, bildet es eine absolute Schranke. Es stellt so ein von der Natur vorgesehenes Schutzmittel dar, um zu verhindern, daß sich vorzeitig eine Verbindung zwischen der astralen und der physischen Ebene bildet und so eine Entwicklung einsetzt, die nur Unheil bewirken könnte.
Dieses Gewebe vereitelt unter normalen Umständen die Erinnerung an die Erlebnisse während des Schlafes und ist auch die Ursache für die augenblickliche Bewußtlosigkeit, die sich beim Tod stets einstellt. Ohne dieses gütige Schutzmittel könnte der gewöhnliche Mensch, der von alledem nichts weiß und auch gänzlich unvorbereitet ist, um mit diesen Bereichen in Berührung zu kommen, jederzeit durch irgendeine astrale Wesenheit unter den Einfluß von Kräften geraten, denen entgegenzutreten seine Kräfte in jeder Beziehung weit überschreiten würde. Er wäre so der dauernden Besessenheit durch jedes Wesen der Astralwelt ausgesetzt, das es gerade gelüstete, sich seines Körpers zu bemächtigen.

Man wird deshalb ohne weiteres einsehen, daß jede Beschädigung dieses zarten Gewebes schweres Unheil mit sich bringen muß und man daher alle Anstrengungen unternehmen sollte, um sich gegen diese Möglichkeit zu schützen. Eine solche Verletzung kann aber auf die verschiedenste Weise erfolgen, durch einen Unfall oder durch fortgesetzte schädigende Handlungen. Eine starke Erschütterung des Astralkörpers, wie z. B. ein plötzlicher furchtbarer Schrecken, kann dieses zarte Gewebe leicht zerreißen und den Menschen, wie man sagt, „verrückt“ machen.

Ein gewaltiger Zornesausbruch kann die gleiche Wirkung hervorrufen, ja diese kann tatsächlich nach jeder außergewöhnlichen starken bösartigen Gemütserregung eintreten, die eine Art Explosion im Astralkörper hervorruft.
 

Die Wirkung von Alkohol und narkotischen Giften

Die schädigenden Handlungen, die dieses Schutzgewebe schrittweise verletzen können, zerfallen in zwei Klassen: In den Genuß von Alkohol oder narkotischen Giften und in die absichtlichen Versuche, die Pforten, welche die Natur geschlossen hält, durch einen Vorgang aufzureißen, den die Spiritisten „Sitzungen für Entwicklung“ nennen. Gewisse Drogen und Getränke, insbesondere Alkohol und alle Narkotika, enthalten Stoffe, die sich beim Zerfall verflüchtigen und deren Teilchen dann von der physischen in die Astralebene gelangen. Selbst Tee und Kaffee enthalten solche Stoffe, allerdings in so unendlich geringen Mengen, daß die Wirkung gewöhnlich erst nach lange fortgesetztem Mißbrauch zu Tage tritt.

Wenn nun diese Verflüchtigung innerhalb des menschlichen Körpers vor sich geht, dann brechen die verflüchtigten Stoffteilchen durch die Chakras in einer Richtung durch, die derjenigen, in die sich diese bewegen sollen, gerade entgegengesetzt ist. Geschieht dies nun zu wiederholten Malen, so wird dadurch das zarte Gewebe ernstlich verletzt und schließlich ganz zerstört. Diese Schädigung oder Zerstörung kann nun, je nach dem Typus der betreffenden Person und ihrer besonderen ätherischen und astralen Struktur, auf zweierlei Weise erfolgen. Einerseits bewirkt der Durchbruch der verflüchtigten Partikel eine tatsächliche Verbrennung des Gewebes, wodurch allen möglichen negativen Kräften und schlechten Einflüssen die Pforte geöffnet wird; die andere Wirkung besteht darin, daß diese flüchtigen Stoffteilchen die Atome, zwischen denen sie hindurchgehen, irgendwie verhärten, so daß deren Schwingung in hohem Grade gehemmt und gelähmt wird und sie dann nicht mehr von jener besonderen Kraft belebt werden können, die siemiteinander zu einem Gewebe verknüpft; es tritt dann eine Art Verknöcherung des Gewebes ein, so daß es nicht, wie im ersten Fall, einen großen, sondern einen viel zu geringen Durchstrom von einer Ebene zur anderen gestattet.

Welche Wirkungen diese beiden Entartungen hervorrufen, kann man an Menschen sehen, die Alkoholiker sind. Einige von denen, die auf die erstangeführte Weise affiziert werden, verfallen dem „Delirium tremens“, der Besessenheit oder dem Irrsinn; doch sind dies immerhin im Verhältnis seltenere Fälle. Weit häufiger ist der zweite Fall der Entartung anzutreffen – die guten Eigenschaften des Menschen sterben sozusagen ab und er endet in gröbstem Materialismus, in Brutalität und Vertiertheit und büßt jede bessere Empfindung sowie die Fähigkeit, sich zu beherrschen, vollkommen ein.
 

Die Wirkung des Nikotins

Die zweite der eben erwähnten Wirkungsweisen kann man sehr häufig bei Menschen finden, die der Gewohnheit des Rauchens verfallen sind. Immer wieder sehen wir, daß sie dieser Gewohnheit auch dann noch frönen, wenn sie genau wissen, daß sie ihrer Umgebung dadurch Unbehagen und Ekel verursachen. Hier zeigt sich, wie tiefgehend die Abhängigkeit ist; denn in keinem anderen Fall würde sich ein sonst wohlerzogener Mensch so gehen lassen, wenn er merkt, daß er andere dadurch ungemein stört. Das feinere Empfinden ist hier ganz offensichtlich bereits in einem sehr ernsten Maße abgestumpft. Die Herrschaft, die diese schädliche Gewohnheit auf die ihr verfallenen Menschen ausübt, scheint aber so mächtig zu sein, daß sie überhaupt nicht mehr imstande sind, ihr Widerstand zu leisten, und alle besseren Instinkte in dieser wahnsinnigen und schrecklichen Selbstsucht untergehen lassen. Die üblen Wirkungen im physischen, Astral- und Mentalkörper liegen hier ganz offen zu Tage.
Der physische Mensch wird mit besonders unreinen Partikeln durchsetzt, und dadurch werden Ausdünstungen so grober Art verursacht, daß sie häufig schon durch den bloßen Geruchssinn wahrgenommen werden. Ebenso wird auch der Astralkörper verunreinigt, außerdem werden viele Schwingungen in ihm abgetötet, und aus diesem Grund findet man, daß das Rauchen – wie es so schön heißt – „auf die Nerven so beruhigend wirkt“.

Wollen wir aber geistige Fortschritte machen, dann dürfen weder Schwingungen des Astralkörpers abgetötet noch dieser selbst mit fauligen und vergifteten Stoffen belastet werden. Wir müssen im Gegenteil fähig werden, augenblicklich auf Schwingungen jeder Wellenlänge zu reagieren und uns doch zugleich vollkommen zu beherrschen.

Die unheilvollen Wirkungen dieser Gewohnheit dauern auch noch nach dem Tod an. Es wird eine Verknöcherung und Lähmung des ganzen Astralkörpers bewirkt, so daß der Mensch für eine lange Zeit, die sich über Wochen und Monate erstreckt, hilflos, erstarrt, fast bewußtlos bleibt, wie in einem Gefängnis eingesperrt, unfähig, mit seinen Freunden in Verbindung zu treten und während der ganzen Zeit tot für alle Einflüsse.

Quelle: Charles W. Leadbeater in „Die Chakras, eine Studie über die Kraftzentren im menschlichen Ätherkörper“