Individuation, Entfaltung, Integration

Erster Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete fliegt wie ein Pfeil in die Materie. Er zerstört (oder zersprengt) den Weg, auf dem er zurückkehren könnte. Er gräbt sich tief in die Formwelt ein. Er erklärt: ‚Ich werde zurückkehren. Meine Machtfülle ist groß. Ich werde alle Hindernisse zerstören. Nichts kann mein Vordringen zu meinem Ziel aufhalten. Um mich herum liegen die Trümmer meines Zerstörungswerks. Was muß ich jetzt tun?’
Zurück kommt die Antwort: ‚Schaff Ordnung aus dem Chaos, das ist dein Weg, oh Pilger auf dem Todespfad. Du mußt lernen, was Liebe ist. Du hast einen starken Willen. Rechte Zerstörungsarbeit zur Förderung des Planes, das muß dein Weg sein. Festhalten am Rhythmus des Planeten wird den Gesegneten, der sich noch verborgen hält, freigeben und Ordnung bringen.“

Das bedeutet:
Dynamische Einstellung auf ein Ziel. Zerstörungsenergie. Selbstsüchtig angewandte Macht. Lieblosigkeit. Absonderung. Verlangen nach gewichtiger Stellung und Amtsgewalt. Herrschsucht. Demonstrative Stärke und Eigenwillen
wandeln sich
In kraftvolle Verwendung von Energie für die Förderung des Plans. In sinnvolle Benutzung von Zerstörungskräften, um den Weg für die Bauherren vorzubereiten. In den Willen nach Macht zwecks Zusammenarbeit. In jene Machtfülle, die als Hauptwaffe der Liebe erkannt wurde. In Bewußtheit des Einsseins mit dem Rhythmus des Kosmos. In Aufgeben der Isolierungstendenz.

Integrationsmethode
„Die Liebe zur Macht muß im Vordergrund stehen. Jene Formen, die keine Macht ausüben, müssen verworfen werden. Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Erhebe dich. Dränge dich hinaus ins Leben. Erreiche ein Ziel. Für dich soll es keinen Kreis, sondern eine gerade Linie geben. Bereite die Form. Richte die Augen geradeaus und schaue nicht nach beiden Seiten. Schließe die Ohren für alle Stimmen der Außenwelt und halte die Hände geballt, den Körper in Spannung und den Geist wachsam. Beider Förderung des Planes wird kein Gefühl in Anspruch genommen. Liebe nimmt dessen Platz ein.’
Das Symbol eines beweglichen Lichtpunktes erscheint auf der Stirne. Der Grundton des Lebens, obwohl nicht ausgesprochen, ist dennoch klar vernehmbar: ‚Ich setze Kraft in Bewegung. Ich bin der Eine. Wir sind eine Machteinheit. Und alles dient der Macht und Herrlichkeit des Einen.’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart steht inmitten des göttlichen Lichts - dem Mittel- und Treffpunkt zahlreicher Kräfte. Diese Kräfte sammeln und vermischen sich. Sie vereinen sich im Kopf dessen, der vor dem Engel steht. Beide stehen Auge in Auge, von Angesicht zu Angesicht und Hand in Hand. Wille verstärkt Willen, und Liebe begegnet Liebe. Der Wille zur Macht geht in den Willen zu lieben über, und Stärke trifft mit Weisheit zusammen. Diese beiden sind eins. Aus dieser erhabenen Stätte der Einheit tritt der Befreite hervor und bekennt: ‚Ich kehre zurück, von wannen ich kam; ich gehe meinen Weg aus dem ungeformten Dasein in die Welt der Formen. Ich habe den Willen, zu sein. Ich habe den Willen, zu wirken. Ich habe den Willen, zu dienen und zu erlösen. Ich habe den Willen, die Menschen höher emporzuheben. Ich diene dem Plan mit dem Mittel des Willens, dem Ganzen mit dem Mittel der Macht.’“
„Laß die Kräfte zusammenkommen. Laß sie zu dem hohen Ort steigen, und von jener erhabenen Höhe schaue die Seele hin auf eine zerstörte Welt. Dann ertöne das Wort: ‚Ich bestehe noch immer!’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar
 

Zweiter Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete baute sich eine Arche. Er erbaute ein Teilstück nach dem anderen und sie schwamm auf den Wogen der Gewässer. Er hielt sich tief verborgen und sein Licht ward nicht mehr gesehen, - nur seine schwimmende Arche war sichtbar. Da wurde seine Stimme vernommen: ‚Ich habe gebaut, dauerhaft gebaut, aber ich bin ein Gefangener in meinem Bauwerk. Mein Licht ist verborgen. Nur mein Wort dringt in die Welt. Um mich herum ist Wasser. Kann ich zurückkehren, von wannen ich kam? Ist das Wort machtvoll genug, um das Tor weit zu öffnen? Was soll ich tun?’Die Antwort kam: ‚Erbaue nun eine durchsichtige Arche, oh Archenbaumeister, die das Licht hervortreten lassen kann. Und durch dieses Licht sollst du den erhellten Weg zeigen. Die Kraft, von neuem zu bauen, der rechte Gebrauch des Wortes und die Verwendung von Licht, - das wird den Gesegneten, der tief in der Arche sich verborgen hält, in Freiheit setzen.’“

Das bedeutet:
Die Macht, Bauten für selbstsüchtige Zwecke zu errichten. Die Fähigkeit, das Ganze wahrzunehmen und sich doch abgesondert zu halten. Die Pflege einer separatistischen Geisteshaltung. Das Verborgenhalten des Lichts. Das Auftreten selbstsüchtiger Wünsche.Sehnsucht nach materiellem Wohlstand. Eigennutz, dem dafür alle Seelenkräfte untergeordnet werden,
wandeln sich
In weises Bauen, das zum großen Plan in Beziehung steht. In ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das alle umfaßt. In ein Sehnen nach Weisheit und Wahrheit. In ein inneres Mitempfinden für die ganze Schöpfung. In Entsagen der großen Ketzerei der Absonderung. In Erschließung des Lichts. In wahre Erleuchtung. In rechte Sprache durch erlangte Weisheit.

Integrationsmethode
„‚Wieder verharre ich; ein Punkt inmitten eines Kreises, und doch ich selbst. ’Die Liebe zu lieben muß vorwalten, nicht die Liebe, geliebt zu werden. Die Kraft, zu sich heranzuziehen, muß vorherrschen, aber eines Tages muß diese Kraft aufhören, in die Welten der Formen einzudringen. Das ist der erste Schritt in der Richtung tieferen Forschens. Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Befreie dich von allem, was sich um dich herum befindet, denn es hat keinen Wert für dich. Deshalb blicke auf mich. Ich bin der Eine, der baut, erhält und dich heran- und hinaufzieht. Blicke auf mich mit Augen der Liebe und suche den Pfad, der vom äußeren Kreis zum Mittelpunkt führt. Ich, im Mittelpunkt, stütze und erhalte. Ich, im Mittelpunkt, ziehe an. Ich, im Mittelpunkt, leite und wähle und herrsche. Ich, im Mittelpunkt, liebe alle. Ich ziehe sie zu dem Zentrum hin und gehe mit den wandernden Punkten dem großen Zentrum zu, wo der Eine Punkt verharrt. Was sagt dir dieses Wort?’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart zieht den Wanderer zu sich heran. Göttliche Liebe führt den Suchenden auf den Weg. Der Punkt des In-einander-aufgehens ist erreicht. Von Mund zu Mund geht der Atem hinaus und wird der Atem eingesogen. Herz an Herz geht der Herzschlag beider in ein einziges Pochen über. Fuß an Fuß fließt die Kraft des Größeren zum Schwächeren über, und auf diese Weise wird der Weg beschritten. Kraft erfüllt und belebt das Wort, den Atem. Liebe durchpulst das Herz, das Zentrum des Lebens. Aktivität beherrscht das Wandern auf dem Weg. Diese drei bringen die Verschmelzung zustande. Alles ist dann verloren und gewonnen. Das Wort ertönt: ‚Ich schreite auf dem Wege der Liebe. Ich liebe den Plan. Diesem Plan gebe ich alles hin, was ich habe. Ich gebe dem Ganzen die tiefe Liebe meines Herzens. Ich diene dem Plan; ich diene dem Ganzen in Liebe und Verstehen.’“
„Laß alles Leben sich im Mittelpunkt zusammenziehen und so in das Herz der göttlichen Liebe eindringen. Dann erkenne die Seele von diesem Mittelpunkt empfindenden Lebens aus das Bewußtsein Gottes. Nun laß das Wort ertönen, das durch die Stille widerhallt: ‚Nichts ist außer Mir!’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar
 

Dritter Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete zog alle Kraft an sich. Er verbarg sich hinter einem Schleier. Er rollte sich in diesen Schleier ein und verbarg tief sein Antlitz. Nichts war sichtbar außer dem verhüllenden Schleier und geschäftigem Tun. Im Inneren des Schleiers schlummerte die Gedankenwelt.Der Gedanke lebte auf: ‚Hinter diesem Mayaschleier stehe ich, ein Gesegneter, noch nicht enthüllt. Meine Energie ist groß, und durch meine Denkkraft vermag ich die Herrlichkeit des Göttlichen an den Tag zu bringen. Wie kann ich daher diese Wahrheit überzeugend bekunden? Was soll ich tun?
Ich wandere in einer Welt der Illusion.’Das Wort ging aus: ‚Alles ist Täuschung, oh Bewohner der Schattenreiche. Komm hervor in das Licht des Tages. Zeige die verborgene Herrlichkeit des Gesegneten, die hehre Größe des Einen und Einzigen. Die Glorie und die Wahrheit werden schnell das zerstören, was die Wahrheit verschleiert hat. Der Gefangene kann frei fortgehen. Das Zerreißen des verblendenden Schleiers, die Verkündigung der reinen Wahrheit und rechtes Vorgehen werden dem Gesegneten jenen goldenen Faden zurückgeben, der aus dem Labyrinth irdischen Daseins herausführt.’“

Das bedeutet:
Geschickte Anwendung von Kraft aus selbstsüchtigem Verlangen. Verstandesmäßige Heranziehung von Kraft mit falschen Motiven. Intensive materielle und gedankliche Betriebsamkeit. Die Vorstellung, daß Energie als solche ein Ziel ist. Sehnsucht nach Ruhm, Schönheit und materiellen Gütern. Versunkensein in Wahn, Verblendung und Maya-Illusion,
wandeln sich
In rechten Gebrauch von Energie, um Schönheit und Wahrheit zu erschließen. In verständnisvolle Heranziehung von Kräften zur Förderung des Planes. In geordnete harmonische Tätigkeit und Zusammenarbeit mit der ganzen Welt. In den Wunsch, Göttlichkeit und Licht ohne Fehl' und Irrtum zu offenbaren. In Festhalten an korrektem Tun. In Bekundung von Seelengröße und gutem Willen.

Integrationsmethode
„‚Ich spinne die Fäden des Lebens. Ich stehe da, verstrickt in meiner selbstgeschaffenen Verblendung. Ich bin umgeben von dem Gespinst, das ich gewoben habe. Ich sehe nichts anderes.’‚Die Liebe zur Wahrheit muß vorherrschen, nicht Vorliebe für meine eigenen Gedanken oder Verliebtsein in meine Ideen oder Formen; die Liebe zum ordnungsgemäßen Verlauf muß herrschen, nicht die Vorliebe für meine eigene wilde Aktivität.’Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Sei stille. Lerne dich schweigend zu verhalten, ruhig und furchtlos. Ich, im Zentrum, Bin. Blicke empor in der rechten Art und Weise, nicht aber den vielen Wegen und Zielen folgend, die du im Raum von Äonen ersonnen hast. Diese halten dich fest. Sei stille. Stürme nicht von einem Punkt zum andern; laß dich nicht irreführen durch äußere Formen und das, was vergänglich ist. Hinter den Formen steht der Weber und webt schweigend.’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart steht inmitten der wirbelnden Kräfte. Seit vielen Zeitaltern stand er so, als Mittelpunkt aller Energien, die von oben und von unten kommen. Mit Einsicht und Überlegung arbeitet der Engel daran, den Einen aus der Höhe mit dem anderen aus der unteren Region zusammenzuführen und zur Einheit zu machen. Mit zwölf klaren Tönen schlägt die Stunde und dann sind die zwei eins geworden. Der Engel steht verzückt. Ohr an Ohr, Brust an Brust, die rechte Hand in der linken, bewirken die beiden (welche die drei sind) das In-einander- aufgehen ihrer Leben. Herrlichkeit erstrahlt. Die Wahrheit ist entschleiert. Die Arbeit ist getan.Der Mensch, der die Seele ist, erhebt die Stimme mit Macht: ‚Ich verstehe den Weg - den inneren Weg, den schweigsamen Weg, den manifestierten Weg, denn diese drei Wege sind eins. Der Plan macht auf dem äußeren Weg Fortschritte; er ist völlig sichtbar. Das einheitliche Ganze wird offenkundig sein. Diesen Plan kenne ich. Es ist mein fester Wille, in Liebe und Verstehen diesem Plan zu dienen.’“
„Laß die Heerscharen des Herrn, die auf das Wort hören, ihre Arbeit einstellen. Wissen ende in Weisheit. Laß den schwingenden Punkt zum Ruhepol werden und alle Linien in Eins zusammenlaufen. Laß die Seele den Einen in den Vielen erkennen und sende das Wort aus im vollkommenen Verstehen: ‚Ich bin der Wirkende und das Werk, derjenige, der ist!’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar
 

Vierter Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete stürzte sich in den Kampf. Er sah das Dasein als zwei widerstreitende Kräfte an und bekämpfte sie beide. Beschwert durch die Kriegsrüstung, stand er in der Mitte des Weges und hielt nach zwei Richtungen Ausschau. Das Getöse der Schlacht, die vielen Waffen, die zu handhaben er gelernt hatte, seine Sehnsucht, nicht zu kämpfen, die Verwirrung, daß die Parteien, die er bekämpfte, ja nur seine Brüder und er selbst waren, die Qual des Unterliegens, der Jubelruf seines Sieges, - alles dies hielt ihn nieder.Der Gesegnete hielt inne und fragte: ‚Von woher kommen Sieg und Niederlage? Bin ich nicht der Gesegnete Selber? Ich will die Engel mir zu Hilfe rufen.’Der Trompetenruf erscholl: ‚Erhebe dich und erkämpfe den Weg; versöhne die Armeen des Herrn. Es gibt keine Schlacht. Erzwinge das Ende des Konflikts; erlasse einen Aufruf zum Frieden für alle; bilde aus zwei Armeen ein einziges Heer des Herrn; Sieg soll die Bemühungen des Gesegneten krönen, alles soll in Harmonie gebracht werden. Friede liegt hinter den streitenden Energien.’“

Das bedeutet:
Verwirrter Kampf. Die Erkenntnis dessen, was hoch und was niedrig ist. Die Dunkelheit, die der Ausdrucksgestaltung vorangeht. Die Verschleierung der Intuition. Das Gefühl fehlender Harmonie; Zusammenarbeit mit einem Teil, nicht mit der Gesamtheit. Sich-eins-wissen mit der Menschheit, der vierten schöpferischen Hierarchie. Übertriebene Bewertung alles dessen, wasdurch die Sprache bewirkt wird. Krankhafte Empfindlichkeit für alles, was zum Nicht-Selbst gehört. Ständige Krisen,
wandeln sich
In Einigkeit und Harmonie. In Erwecken der Intuition. In rechtes Urteilen und reine Vernunft. In Weisheit, die durch den Engel der Gegenwart wirkt.

Integrationsmethode
„‚In der Mitte stehe ich zwischen den Kräften, die einander bekämpfen. Ich sehne mich nach Harmonie und Frieden und nach der Schönheit, die aus der Einheit entsteht. Ich sehe die beiden. Ich sehe nichts anderes als Kräfte, die sich gegenüberstehen, und ich, der eine, stehe innerhalb des Kreises im Mittelpunkt. Frieden fordere ich. Darauf ist all mein Denken gerichtet. Ich suche Eins-Sein mit allem, doch die Form trennt. Überall finde ich Krieg und Absonderung. Ich stehe allein und bin allein. Ich weiß zu viel.’ Die Liebe zur Einheit muß vorherrschen, und die Liebe zum Frieden und zur Harmonie. Doch nicht jene Liebe, die sich auf Sehnsucht nach persönlichen Erleichterungen, nach Frieden für das niedere Selbst, nach Einheit gründet, weil sie Annehmlichkeit mit sich bringt.Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Beide Parteien sind eins. Es gibt keinen Krieg, keine Streitigkeiten und keine Isolierung. Die widerstreitenden Kräfte scheinen nur von dem Punkt aus, wo du stehst, zu kämpfen. Gehe einen Schritt vorwärts. Schau genau, mit dem geöffneten Auge innerer Vision, und du wirst nicht zwei Dinge, sondern eines finden; nicht Krieg, sondern Frieden; nicht Isolierung, sondern ein Herz, das sich auf das Zentrum stützt. So wird die Schönheit des Herrn zum Vorschein kommen. Die Stunde hat nun geschlagen.’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart steht in seiner vollkommenen Schönheit auf dem leuchtenden Weg. Die Herrlichkeit der Gegenwart ergießt sich über das ganze Kampffeld und beendet friedvoll den Streit. Der Krieger wird sichtbar. Sein Werk ist getan. Rücken an Rücken stehen Krieger und Engel und beider Aura fließt zusammen in eine strahlende Lichtsphäre. Die beiden sind eins.Die Stimme spricht: ‚Harmonie ist wiederhergestellt und die Schönheit des Herrn der Liebe strahlt überall hervor. So verlangt es der Plan. Auf diese Weise wird das große Ganze offenbar. Die höheren und niederen Kräfte treffen zusammen; Geformtes und Ungeformtes verschmelzen und verbinden sich und fühlen sich als Einheit. In Harmonie mit allen geeinten Seelen diene ich dem Plan.’“
„Laß den äußeren Glanz vergehen; die Schönheit des inneren Lichts offenbare den Einen. Mißklang weiche der Harmonie, und aus dem Zentrum des verborgenen Lichts spreche die Seele: Laß das Wort erschallen: ‚Schönheit und Glanz verhüllen Mich nicht. Ich stehe enthüllt da. Ich Bin!’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar
 

Fünfter Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete kam hervor und er war unwissend. Er wanderte in tiefem geistigen Dunkel. Er sah keinen Sinn in dieser Art von Leben. Er hielt Ausschau nach den vielen Fäden, die das äußere Gewand des Ewigen weben und fand, daß es viele Wege gibt, die zum Mittelpunkt des ewigen Gewebes führen. Die Formen, die dieses Gewebe weben, verhüllen die göttliche Wirklichkeit. Er verlor sich selbst. Furcht befiel ihn.Er fragte sich selbst: ‚Ein anderes Muster muß gewoben, ein anderes Kleid gewirkt werden. Was soll ich tun? Zeige mir einen anderen Weg für meine Webarbeit.’Die Antwort kam zu ihm in einer dreifachen Feststellung. Sein Denken gab ihm die Antwort auf die klare Vision, die er wachgerufen hatte: ‚Die Wahrheit liegt verborgen in dem unbekannten Weg. Der Engel der Gegenwart behütet diesen Weg. Die Denkkraft enthüllt den Engel und das Tor. Weile in dieser göttlichen Gegenwart. Erhebe deine Augen. Tritt ein durch diese goldene Pforte. So wird der Engel, der Schatten des Gesegneten, das offene Tor zeigen. Auch dieser Engel muß verschwinden. Der Gesegnete bleibt allein und geht durch dieses Tor in das erhabene Licht.’“

Das bedeutet:
Die Energie der Unwissenheit. Kritik. Die Fähigkeit, etwas vernunftgemäß zu erklären und zu zerstören. Mentale Absonderung (Eigenwille). Wissensdurst, der zur Beschäftigung mit der Materie führt. Bis ins Kleinste analysieren. Krasser Materialismus und zeitweiliges Leugnen der Gottheit. Verstärkung der Kraft, in Teile zu zerlegen und abzusondern. Verwicklungen durch Eintreten für falsche Werte. Verzerrte Ansichten über Wahrheit. Gedankliches Schwärmen für Formen und deren Aktivität. Theologisches Wissen,
wandeln sich
In ein Wissen über die Wirklichkeit. In Erkennen der Seele und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten. In die Fähigkeit, den Engel der Gegenwart zu erkennen und mit ihm in Berührung zu kommen. In die Fähigkeit, die Gottheit, Licht und Weisheit zu erfühlen. In geistige und gedankliche Gottergebenheit. In die Kraft, eine Einweihung zu erwirken.

Integrationsmethode
„‚Zu mir ziehe ich das Gewand meines Gottes heran. Ich sehe und kenne seine Gestalt. Ich nehme das Gewand an mich, Stück für Stück. Ich kenne seinen Zuschnitt und seine Farbe, seine Form und besondere Art, seine Bestandteile, welchen Zwecken es dient und wie es gebraucht wird. Ich stehe da voller Staunen, ich sehe nichts anderes. Ich dringe in die Geheimnisse der Form ein, aber nicht in das große Mysterium. Ich sehe das Gewand meines Gottes. Ich sehe nichts anderes. ’Liebe zur Form ist gut, doch nur insoweit, als die Form erkannt wird als das, was sie ist - das Gefäß, das den Lebenskern verhüllt. Liebe zur Form darf niemals das Leben verbergen, das dieserStätte zugrunde liegt, den Einen, der die Form ins Licht des Tages brachte und sie für seinen Gebrauch erhält. - Den Einen, der lebt, die Form liebt und ihr dient, den Einen, der IST. Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Hinter dieser Form bin Ich. Erkenne mich. Pflege und kenne und verstehe das Wesen der Schleier des Lebens, doch erkenne genau so gut den Einen, der da lebt. Erkenne mich. Laß dich durch die Formen der Natur, durch deren Vorgänge und Kräfte nicht daran hindern, nach dem großen Mysterium zu forschen, das dir die Geheimnisse gebracht hat. Kenne die Form gut, doch verlasse sie mit Freuden und suche nach Mir. Löse deine Gedanken von der Form los und finde mich, der unter den Schleiern, den vielerlei Gestalten, dem Blendwerk und den Gedankenformen, die mein wahres Selbst verbergen, wartet. Lasse dich nicht täuschen. Finde mich. Erkenne mich. Dann benütze die Formen, die alsdann das höhere Selbst weder verhüllen noch verbergen, sondern dem Wesen dieses Selbstes erlauben werden, die Schleier des Lebens zu durchdringen, so daß es die ganze Strahlenfülle Gottes, seine Macht und seinen Magnetismus enthüllt; alles wird offenbar, was an Form, Leben, Schönheit und Nützlichkeit vorhanden ist. Die Denkkräfte offenbaren den Einen. Gedanken können Form und Leben miteinander vermischen und verschmelzen. Du bist der Eine. Du bist die Form. Du bist die Denkkraft. Wisse das.’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart tut Dienste allen dreien - dem Einen droben, dem anderen drunten und dem Einen, der immer existiert. (Dies bezieht sich auf die Tatsache, daß man auf der fünften Ebene den Engel ganz bestimmt antrifft und erkennt. Die drei Aspekte der höheren Triade - Buddhi, abstraktes Denken und Geist-, das Ego in dem Kausalkörper sowie das niedere Denkvermögen sind hier vereint und verschmolzen). Das große Dreieck beginnt sich zu drehen, seine Strahlen laufen in alle Richtungen und durchdringen das Ganze. Der Mensch und der Engel sehen einander an und wissen, daß sie identisch sind. Die Lichtstrahlen, die aus dem Herz- und Kehlzentrum sowie aus dem Zentrum zwischen beiden ausstrahlen, treffen zusammen und gehen ineinander auf. Die beiden sind eins.
Die Stimme, die in der Stille spricht, kann vernommen werden: ‚Die Kraft, die vom höchsten Punkt herabströmt, hat den unteren Pol erreicht. Der Plan kann nun erkannt werden. Das Ganze kann enthüllt werden. Die Liebe, die aus dem Herzen kommt, das Leben, das aus Gott stammt, haben dem Plan gedient. Das Denkvermögen, das alle Einzelheiten mit Weisheit in den Rahmen des Planes einfügt, hat die äußeren Grenzen von Gottes Wirkungskreis erreicht. Diese Kraft erfüllt mein Leben. Diese Liebe durchpulst mein Herz. Dieses Denken erleuchtet meine ganze Welt. Deshalb diene ich dem Plan.’“
„Laß die drei Formen elektrischer Energie aufwärts steigen zu dem Ort der Macht. Laß die Kräfte von Kopf und Herz und alle niederen Aspekte verschmelzen. Dann schaue die Seele hin auf eine innere Welt göttlichen Lichts. Triumphierend ergehe das Wort: ‚Ich meisterte die Energie, denn Ich selbst bin Energie! Meister und Bemeistertes sind nur Eins!’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar
 

Sechster Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete erfaßte die Vision des Weges und folgte diesem Weg ohne Überlegung. Ungestüm kennzeichnete seine Anstrengungen. Der Weg führte hinab in die Welt des Doppellebens. Er nahm zwischen den Paaren der Gegensätze seine Stellung ein, und während er zwischen beiden hin und her pendelte, erhaschte er einen flüchtigen Blick von dem Ziel. Er schwebte in der Mitte des Firmaments. Er versuchte, sich in jene strahlende Lichtstätte hineinzuschwingen, wo sich das Tor zum höheren Weg befand. Doch ständig schwankte er zwischen den Paaren der Gegensätze hin und her.
Schließlich sprach er zu sich selbst: ‚Es scheint mir, daß ich den Weg nicht finden kann. Ich versuche einmal diesen Weg und dann mit Allgewalt den anderen und stets tue ich es mit eifrigstem Verlangen. Ich erprobe alle Wege. Was soll ich tun, um den einen rechten Weg zu finden?’
Ein lauter Ruf ertönte. Es war, als käme er aus seinem tiefsten Herzen: ‚Gehe, oh Pilger auf der Wanderschaft im Sinnesleben, den mittleren, den erhellten Weg. Er verläuft genau zwischen den beiden Welten hindurch. Finde du diesen schmalen Mittelweg. Er führt dich an dein Ziel. Strebe nach jener verständnisvollen Beständigkeit, die zu erprobter Ausdauer führt. Festhalten am erwählten Weg, ohne die Paare der Gegensätze zu beachten, wird diesem Gesegneten, der auf dem erhellten Weg schreitet, die Freude des erlebten Erfolges schenken.’“

Das bedeutet:
Heftiges Aufbrausen. Fanatismus. Eigensinniges Festhalten an einem Ideal. Falsches Beurteilen und geistiges Blindsein. Militarismus und die Tendenz, Mitmenschen und Gruppen Schwierigkeiten zu bereiten. Halsstarrigkeit, die nur den eigenen Standpunkt gelten läßt. Mißtrauen gegenüber den Beweggründen anderer. Schnelles Entflammtsein für Blendwerk und Illusionen. Gemütsverhaftete Frömmelei und verworrener Idealismus. Hin- und Herschwingen zwischen den Gegensatzpaaren. Starke Neigung, die eigene Person in den Vordergrund zu stellen und Persönlichkeitsgesichtspunkte zu unterstreichen,
wandeln sich
In Idealismus, der ein Ziel hat und niemanden ausschließt. In stetige, bedachtsame Aufnahmefähigkeit durch Bewußtseinserweiterung. In Geltenlassen von Meinungen anderer und Eingehen auf ihre Ideen. In Bereitwilligkeit, den Fortschritt anderer nach ihren selbstgewählten Richtlinien zu respektieren. In Wählen des Mittelweges. In Friede und nicht Kampf. Der ganzen Welt und nicht nur einer Teilgruppe Gutes zu tun, wird das Motto.

Integrationsmethode
„‚Ich sehe eine Vision. Sie befriedigt das Verlangen; sie nährt und stimuliert ihr weiteres Anwachsen. Ich lege mein Leben auf den Altar des Begehrens - all das was ich sehe und fühle, was mich anzieht und meine Bedürfnisse befriedigt - Bedürfnisse nach materiellen Dingen, nach dem, was die Gefühle nährt, was mein Denken befriedigt, was mein Verlangen nach Wahrheit und nachDienstleistungen stillt und mich das Ziel erschauen läßt. Es ist die Vision, die ich sehe, der Traum, den ich träume, die Wahrheit, die ich festhalte, die tätige Form, die meine Bedürfnisse befriedigt, das, was ich erfasse und begreife. Meine Wahrheit, mein Frieden, mein befriedigtes Verlangen, mein Traum, meine Vision von der Wirklichkeit, mein engbegrenztes Ideal, mein beschränkter Begriff von Gott; - für alles dieses ringe und kämpfe ich und gebe mein Leben hin.’Immer muß Liebe zur Wahrheit vorhanden sein. Verlangen und Aspiration, alles was nach materiellen Dingen strebt oder was sich aufschwingt zur Vision der Wirklichkeit, das muß stets seine Befriedigung finden. Dafür arbeiten die Menschen, treiben sich selbst an und ermüden andere. Sie haben die Wahrheit gern, in der Form, wie sie sie auslegen; sie lieben die Vision und den Traum, und sie vergessen, daß die Wahrheit durch das Denken eingeengt, gemindert wird, denn es ist beschränkt und starr, einseitig und nicht allumfassend; sie übersehen, daß die Vision nur den äußeren Rand des Mysteriums berührt und die Wirklichkeit verschleiert und verbirgt.
Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Renne doch nicht sogleich in einer Richtung. Der Pfad, auf dem du eilst, führt zum äußeren Kreis von Gottes Leben; die Richtung führt hinaus zu dem äußeren Rand. Bleibe im Mittelpunkt. Blicke nach allen Seiten. Gib dein Leben nicht für äußere Formen. Vergiß Gott nicht, der hinter der Vision lebt. Habe mehr Liebe für deine Mitmenschen.’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart kommt herab und durchdringt auf halbem Weg den Nebel der Täuschung. Der Pfad steht offen. Der Eine, der dem Pfad folgt und aufhört zu kämpfen, der blindlings mit den beiden ringt, die ihn zu hindern und zu blenden suchen, sieht den Weg offen. Der Weg ist sichtbar. Er läßt ab vom Lärmen und Kämpfen. Er findet seinen Weg hinein in die göttliche Gegenwart. Knie an Knie, Fuß an Fuß stehen beide. Hand in Hand, Brust an Brust, Stirn an Stirn sieht man sie stehen. Und auf diese Weise vereinen und verschmelzen sie.Der Ruf der Trompete ertönt: ‚Der Kriegszustand ist zu Ende. Die Schlacht ist aus. Verblendung und Wolken sind verschwunden. Das Licht und die Herrlichkeit des Tages sind erschienen. Dieses Licht enthüllt den Plan. Das Ganze ist nun mit uns verbunden. Die Absicht ist klar sichtbar. Mit allem, was mein ist, diene ich diesem Plan.’“
„Laß alles Verlangen schweigen. Laß das Streben zu Ende sein. Das Suchen und Forschen ist vorbei. Die Seele erkenne, daß sie das Ziel erreicht hat, und von diesem Zugang zum ewigen Leben und kosmischen Frieden ertöne das Wort: ‚Ich bin der Sucher und das Gesuchte. Ich raste!’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar
 

Siebenter Strahl

Individuation und Entfaltung
„Der Gesegnete suchte den Pfad, der in die Formwelt führt, doch hielt er fest die Hand des Magiers umschlungen. Er war bestrebt, den Pilger, der er selber war, mit dem Formleben zu versöhnen. Er versuchte, die Welt der Unordnung, in der er sich befand, irgendwie in Ordnung zu bringen. Er wanderte weit hinein in die tiefsten Tiefen, und die Wellen des Chaos und der Unordnung schlugen über ihm zusammen. Es fehlte ihm das Verstehen, aber immer noch hielt er die Hand des Magiers fest. Er versuchte jene Ordnung zustande zu bringen, die seine Seele heiß ersehnte. Er besprach es mit allen, die er traf, doch seine Verwirrung nahm nur zu. Daher sprach er zu dem Magier: ‚Die Wege des Schöpfers müssen gut sein. Hinter allem, was da zu sein scheint, muß ein Plan stehen. Lehre mich den Sinn und Zweck all dessen. Wie kann ich wirken und mich betätigen, wenn ich so tief in der Materie verstrickt bin? Sage mir, was ich tun muß?
’Der Magier antwortete: ‚Achte, oh Arbeiter in der entlegensten Welt, auf den Rhythmus der Zeiten. Nimm den Pulsschlag im Herzen aller Dinge wahr, die göttlich sind. Ziehe dich in die Stille zurück und stimme dich auf das Ganze ein. Dann wage dich wieder hervor. Stelle den richtigen Rhythmus her; bringe Ordnung in die Lebensformen, die den Plan der Gottheit offenbaren müssen.’
Dieser Gesegnete erhält durch Arbeit seine Freiheit. Er muß sein Wissen über den Plan dadurch bekunden, daß er jene Worte intoniert, welche die Architekten der Formen zu schöpferischer Tätigkeit rufen, und solcherart Neues erschaffen.’“
Das bedeutet:
Schwarze Magie, die Heranziehung magischer Kräfte für selbstsüchtige Zwecke. Die Fähigkeit und Kraft abzuwarten, bis sich Wege auftun, die eine Befriedigung selbstsüchtiger Zwecke gestatten. Unordnung und Chaos durch Mißverstehen des Plans. Unrechter Gebrauch der Sprache, um gewählte Ziele zu erreichen. Unwahrheit und Unaufrichtigkeit. Sexuelle Magie. Mißbrauch der Seelenkräfte für selbstische Belange,
wandeln sich
in weiße Magie, die Nutzbarmachung von Seelenkräften für spirituelle Ziele. In die bewußte Erkenntnis, mit der Wirklichkeit wesenseins zu sein. In rechte Ordnung durch rechte weißmagische Kunst. In Fähigkeit, mit dem großen Ganzen zusammenzuarbeiten. In Verstehen des Planes. In magisches Auslegen und Erklären. In Sichtbarmachung der Gottnatur.

Integrationsmethode

 „‚Ich trachte die beiden zusammenzubringen. Der Plan ist in meinen Händen. Wie soll ich arbeiten? Worauf soll ich den Nachdruck legen? In weiter Ferne steht der Eine, der IST. Form, Tätigkeit, Substanz und Wunschverlangen sind bei der Hand. Kann ich diese in Verbindung bringen und auf diese Weise eine Form für Gott bilden? Wohin soll ich meine Gedanken, meine Kräfte aussenden, das Wort, das ich sprechen kann?’ ‚Ich, der Arbeiter im Bereich der Magie, stehe im Mittelpunkt. Ich kenne einige Regeln, einige magische Kontrollformeln, einige Machtworte, einige Kraftströme, die ich handhaben kann. Was soll ich tun? Es ist Gefahr vorhanden. Die von mir übernommene Aufgabe ist nicht leicht, aber ich liebe Macht. Es gefällt mir Formen entstehen zu sehen, die durch mein Denkvermögen erschaffen wurden, die ihre Arbeit tun, den Plan erfüllen und wieder verschwinden. Ich kann erschaffen. Ich kenne die Riten des Tempels des Herrn. Wie soll ich arbeiten?’‚Liebe nicht das Werk. Laß die Liebe für Gottes ewigen Plan dein Leben, deine Gedanken, deine Hand und dein Auge leiten. Arbeite dafür, daß der Plan und das Ziel eins werden und eine dauernde Stätte auf Erden finden. Arbeite mit am Plan; richte dein Augenmerk auf den Anteil in dem großen Werk, der dir gegeben ist.’
Das Wort geht aus von der Seele zur Form: ‚Bleibe im Zentrum des Pentagramms (des fünfzackigen Sterns), das auf der hohen Stätte im Osten leuchtet, inmitten des Lichts, das ewig scheint. Von jenem erleuchteten Zentrum aus sollst du arbeiten. Verlasse das Pentagramm nicht. Bleibe fest in dessen Mitte stehen. Ziehe dann eine Linie von allem, was außerhalb des Pentagramms ist, zu dem, was sich innerhalb dessen befindet, und siehe wie der Plan Form annimmt.’“

Einweihung und Vollendung
„Der Engel der Gegenwart erhebt die eine Hand in das Blaue des Himmels. Die andere Hand taucht er tief in das Meer der Formen. Auf diese Weise verbindet er die Formenwelt mit dem gestaltlosen Leben. Er bringt den Himmel auf die Erde; er hebt die Erde in den Himmel. Der Mensch, der vor dem Engel steht, weiß das. Er erfaßt die Bedeutung des farbigen Zeichens, das der Engel hoch empor hält.“
(Hier folgt ein Satz, der in keine moderne Sprache übertragen werden kann. Er veranschaulicht das vollständige Aufgehen, das der Mystiker mit dem Ausdruck „Himmlische Hochzeit“ zu beschreiben versucht, eine Redewendung, die in eine falsche Lehre über sexuelle Magie verzerrt wurde. Diese beiden Worte, dargestellt in Form eines farbigen Sinnbildes, symbolisieren völlige Einheit zwischen der äußeren und inneren Welt, zwischen der Form- und Seelensphäre, zwischen Geist und Materie, zwischen der Außenwelt und ihrem innersten Wesen).

„Die beiden sind eins. Nichts bleibt mehr übrig, was noch zu erfassen wäre. Das Wort hat sich manifestiert. Das Werk ist vollendet. Das ganze Schöpfungswerk wird erschaut. Das magische Werk ist ausgeführt. Wieder sind die beiden eins. Dem großen Plan wurde gedient. Kein weiteres Wort braucht mehr gesagt zu werden.“
„Laß die Erbauer ihre Arbeit beschließen. Der Tempel ist vollendet. Die Seele trete ihr Erbe an und befehle vom Heiligen Ort aus das Ende allen Wirkens. Dann, in der folgenden Stille, singe sie das Wort hinaus: ‚Das Schöpferwerk ist zu Ende. Ich, der Schöpfer, Bin. Nichts anderes verbleibt als Ich.’“

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band II - Zitate aus dem Alten Kommentar