Die sieben Strahlen - Einführung

Jeder einzelne Mensch befindet sich auf einem der sieben Strahlen. Seine Persönlichkeit ist in jedem Leben, in wechselnder Folge, mit einem der sieben Strahlen verbunden, je nach dem Strahl des Egos oder der Seele. Nach der dritten Einweihung verlegt der Mensch seine Seele (wenn man solch ein ungeeignetes Wort gebrauchen darf) auf einen der drei Hauptstrahlen (die Strahlen 4 – 7 sind das Resultat aus deren Wechselwirkung); bis dahin befand sich sein Ego vielleicht in einer Gruppe auf einem anderen der sieben Strahlen. Nachdem der Eingeweihte diese hohe Stufe erreicht hat, strebt er nach der wesentlichen Einheit der Monade.

Ein Strahl verleiht durch seine Energie eine charakteristische Körperkonstitution und er bestimmt die Qualität der astralen Gefühlsnatur; er gibt dem Verstandesapparat seine Prägung; er reguliert die Verteilung von Energie, denn alle Strahlen haben eine andere Schwingungsfrequenz undbeherrschen ein bestimmtes Körperzentrum (das für jeden Strahl verschieden ist), durch das die jeweilige Energie verteilt wird. Jeder Strahl wirkt hauptsächlich durch ein bestimmtes Zentrum und in den restlichen sechs Zentren nur in einer gewissen Art von Reihenfolge. Ein Strahl beeinflußt maßgeblich die Stärken und Schwächen eines Menschen, da er ihm sowohl Grenzen setzt als auch Fähigkeiten vermittelt. Er reguliert die Beziehungen zu anderen Menschentypen, und seinem Einfluß ist es zuzuschreiben, wie ein Mensch auf andere Formen reagiert. Er gibt ihm Eigenart und Eigenschaften, die Grundstimmung für die drei Ebenen der Persönlichkeit und eine charakteristische Körperform. Gewisse geistige Einstellungen sind für den einen Strahlentyp mühelos, für einen anderen schwierig; und deswegen muß die Persönlichkeit in den verschiedenen Inkarnationen von einem Strahl zum anderen hinüber wechseln, bis alle Eigenschaften entfaltet und zum Ausdruck gebracht worden sind.

Wer diese Zusammenstellungen mit Sorgfalt studiert, wird Andeutungen über seine eigene Strahlensituation, seine Lebenstendenzen und individuellen Ziele gewinnen; wenn die verschiedenen Angaben über einen bestimmten Strahl ein intuitives Verständnis beim Studenten wachrufen, so daß er sich selbst, seine Strahlenenergie und seine verborgene und sehnsüchtig erhoffte spirituelle Natur darin wiedererkennt, dann können sich diese Hinweise als nützlich erweisen.

Der unerweckte Mensch sieht nur die Form und deren Tätigkeiten und er „urteilt nach dem Aussehen“. Der erwachende Aspirant beginnt, bis zu einem gewissen Grad die Schönheiten, die sich hinter den Formen verbergen, zu erahnen. Daher wird der Aspirant angewiesen, nach innen zu schauen, Motive zu studieren und sich mit den Qualitäten vertraut zu machen, die sich durch den äußeren Mechanismus in der Außenwelt manifestieren wollen. Wenn er dies tut, ändert sich für ihn bald der Charakter der Außenwelt, und er nimmt immer mehr die Qualitäten wahr, die hinter den äußeren Formen nach Entfaltung ringen. So erweitert sich der Bereich seiner bewußten Kontakte, und er schreitet (durch wissenschaftliches Forschen) vom exoterischen Verstehen der Welt äußerer Erscheinungen hinan zum esoterischen Erfassen der Welt der Qualitäten.

Hinweis zur Selbstanalyse: Bevor die drei Träger der Manifestation gleichgeschaltet und in der Persönlichkeit integriert sind und bevor die Persönlichkeit sich gänzlich dem Einfluß des Seelenstrahls hingibt, gestaltet sich das Problem der Selbstanalyse höchst kompliziert. Vor diesem Entwicklungsstadium gilt:

  • Strahlen, die den Mentalkörper regieren sind: 1., 4., 5. Strahl.
  • Strahlen, die den Astralkörper regieren sind: 2., 6. Strahl.
  • Den physischen Körper regieren: 3., 7. Strahl.

 

Begrifflichkeiten

Wenn wir darüber sprechen, wie das Ego und die Persönlichkeit gesteuert und geleitet werden, ist es wichtig zu wissen, daß es nur ein Versuch ist, etwas zu definieren und begreiflich zu machen, was in Wirklichkeit unbegreiflich und so undefinierbar und schwer verständlich ist, daß, wenn wir Worte wie „Energie“ oder „Kraft“ benützen, solche Begriffe doch keine richtige Vorstellung geben.

Wir müssen uns daher stets vor Augen halten, daß wir uns einer symbolischen Sprache bedienen. Das kann nicht anders sein, denn wir befassen uns damit, wie in Zeit und Raum Gottnatur zum Ausdruck gebracht wird. Solange sich der Mensch seiner Göttlichkeit noch nicht vollauf bewußt ist und er sie noch nicht überzeugend dartun kann, steht uns nur die Bilder- und Gleichnissprache mit ihrer symbolisch verhüllten Absicht zur Verfügung. Mystische Erkenntniskraft und die Weisheit Erleuchteter müssen mithelfen, die Symbolsprache verständlich zu machen. Man sagt oft so leichthin, - ohne richtig zu verstehen, was die herangezogenen Worte wirklich besagen - daß es sich um Kraftströme und Energien handle. Diese strömen in zyklischer Folge, wirken auf andere Energien und Kräfte ein, vermischen sich und bringen aus Materie und Grundsubstanzen jene Formen hervor, welche die äußere Erscheinung darstellen. Diese Formen entfalten undmanifestieren die Qualität der großen, allesumfassenden Lebensträger und die Wesensart jenes großen Lebens-Zentrums, in dem der ganze Planet „lebt, sich bewegt und sein Dasein hat“.

Das Bewußtsein des Menschen steigert und erweitert sich in jedem neuen Leben, mit jedem neuen Dasein. Er sieht und erkennt, daß seine Inkarnationszeiten ein Kräftespiel all dieser vielen Energien sind, deren Wille es ist, sich schöpferisch zu betätigen und sichtbar in Erscheinung zu treten. Wenn man sich mit diesen Energien und Kraftströmen befaßt, kann man deren Erscheinung, Qualität und Zweck unmöglich anders als in symbolischer Form schildern.

Quellen: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Eine Abhandlung über die sieben Strahlen“ Band I und II